Der Myosuit – erleichtert das Training für Menschen mit Bewegungseinschränkungen

Regelmässige Bewegung ist der Schlüssel zur Gesundheit. Besonders für Menschen die aus den unterschiedlichsten Gründen unter Bewegungseinschränkungen leiden. Diese können zum Beispiel durch Erkrankungen wie Schlaganfall, Verletzungen des Rückenmarks, Herzfehler oder einfach im Zuge des Alters verursacht werden. Gerade ältere Leute sind nicht in der Lage, aufgrund von Muskelschwäche und Ermüdung, die empfohlene Menge an körperlicher Bewegung auszuführen.

Eine neue Studie des Journal of NeuroEngineering Rehabilitation zeigt, dass der Myosuit zur Verbesserung der Mobilität, Laufgeschwindigkeit, Verbesserung der Stabilität beim Gehen etc.in der Physiotherapie eingesetzt werden kann und dabei die Rehabilitation des Patienten unterstützt. Der Myosuit ist eine neue Generation eines Exoskeletts und wurde zusammen mit der ETH Zürich und der MyoSwiss AG entwickelt und produziert. Der Anwendungsbereich ist vielfältig.  Zwölf Teilnehmer wurden zwischen September 2019 und Februar 2020 durch Überweisung von Ärzten oder Mundpropaganda gescreent und für diese Studie rekrutiert. Alle Teilnehmer haben zum ersten mal einen “tragbaren Roboter” angehabt. Zu den Pathologien der Testpersonen gehören Schlaganfall, Muskeldystrophien, Multiple Sklerose und Rückenmarksverletzungen. Allgemein ist der Myosuit vor allem angedacht für Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose, inkomplette Querschnittslähmung, Rückenmarksverletzungen, Schlaganfall und Muskelschwäche.

Zu untersuchen galt, ob der Myosuit in die gängige Physiotherapie von Patienten integriert werden kann und in wie fern sich dies auf die Therapie, den Therapeuten und Patienten auswirkt. Gerade der Aspekt der Zeit ist dabei von grossem Interesse, da diese bekanntlich im medizinischen und therapeutischen Bereich sehr knapp bemessen ist. Das Studienprotokoll umfasste fünf Trainingseinheiten mit einer Netto-Trainingszeit von jeweils 45 Minuten. Primäre Ergebnisse waren die Durchführbarkeit eines Trainings mit dem Myosuit, das Auftreten unerwünschter Ereignisse und die Teilnehmerbindung. Als sekundäre Ergebnisse wurde die Gehgeschwindigkeit mit dem 10-m-Gehtest (10 MWT) und für drei Teilnehmer die Gehausdauer mit den 2-min-Gehtests analysiert.  Die Studienteilnehmer haben 5 Wochen ein Trainingsprogramm mit dem Myosuit absolviert, die Voraussetzung der Teilnehmer war, dass sie in der Lage sind selbstständig von einem Stuhl aufzustehen und 10 Meter ohne Hilfe zu gehen.

Der Studienleiter, Herr Haufe, ist der Meinung, dass es klar war, dass der Myosuit den Therapieablauf vereinfacht, da der Therapeut durch den Anzug den Patienten nicht ständig stützen muss und zwischen verschiedenen Trainingssequenzen, wie Balance-, Kraft-, und Ausdauertraining, wechseln kann.  Ab Trainingseinheit 2 verbesserten fünf Teilnehmer ihre Gehgeschwindigkeit . Bei drei Teilnehmern waren die Gehgeschwindigkeiten ohne Myosuit so hoch oder langsamer als zu Beginn der Studie. Zudem konnten alle acht Teilnehmer, die den Studienendpunkt erreichten, ihr Trainingsprogramm und die geplanten Bewertungen in allen Trainingseinheiten abschliessen. Die verbleibenden vier Teilnehmer konnten alle geplanten Bewertungen bis zum Rückzug oder Ausschluss aus der Studie abschließen. Während der Studiensitzungen traten keine unerwünschten Ereignisse auf. Teilnehmer P4 berichtete von mässigen Schmerzen, die direkt nach der Trainingseinheit entlang des Ischiasnervs ausstrahlten, eine Erkrankung, die nach Berichten zufolge auch außerhalb der Studie regelmässig auftreten soll. Alle anderen Teilnehmer hatten nach dem Training keine Schmerzen. Kein Teilnehmer hatte nach dem Training übermässige Müdigkeit. Fünf von acht Teilnehmern berichteten an den Tagen nach den Trainingseinheiten über moderate DOMS. Die Untersuchung der Hautkontaktstellen durch die Physiotherapeuten nach den Schulungen ergab keine Hautschäden oder Blutergüsse.

Die Ergebnisse der Ganggeschwindigkeitstests, sind so weit beeindruckend, dass die Studienverantwortlichen noch weiter am Myosuit forschen möchten in Bezug auf Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Doch der Myosuit ist nicht nur einsetzbar in der Therapie, auch die alltäglichen Aktivitäten wie Treppensteigen, Stehen, Gehen, Sitzen und Aufstehen, unterstützt er und verhilft so den Menschen mit schwachen Beinen zu einem aktiveren Alltag. Dabei wiegt der Anzug nur 5.5kg und im Vergleich zu anderen Exoskeletten, ist er mit einem Preis von 6´200 Euro (6´920 CHF) auch sehr erschwinglich.

Das Resultat der Studie ergab, dass der Myosuit reibungslos in die Physiotherapie eingebunden werden kann und dem Therapeuten in seiner Arbeit unterstützt, sowie den Patienten dabei hilft, mobiler, aktiver und in der Bewegung stabiler zu sein. Dies hat vor allem auch Vorteile für den persönlichen Alltag der Patienten.. Zudem wiesen 5 der Teilnehmer  eine erhöhte Ganggeschwindigkeit auf.

Zusammenfassung

Das wichtigste in Kürze

Schau dir einfach dieses Video an, um die wichtigsten Erkenntnisse der Studie zu erfahren.

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